Nachbarschaftsrat: Für ein Rebellisches Zusammentreffen in deinem Grätzl

 

„Uns geht es darum, uns in unserer Vielfältigkeit zu begegnen, uns zuzuhören und den Raum zu öffnen für Austausch und Vernetzung, für Miteinander und Menschlichkeit. Lasst uns voneinander lernen, miteinander streiten, staunen, tanzen, trauern, lachen und gemeinsam ein weiteres Stück des Weges gehen, der uns zu einem menschlicheren und würdigen Leben führt. Es kommt vor, dass wir uns alleine fühlen, mutlos, hilflos und wütend. Dann tut es gut zu spüren, dass wir viele sind und dass wir auf dem Weg sind. Fragend gehen wir voran und wir gehen langsam, denn wir gehen weit. Wir laden alle ein, die wie wir auf der Suche und im Aufbruch sind. Die ihre Träume von einem anderen, besseren Leben noch nicht aufgegeben haben. Lasst uns zusammen kommen.“

(Einladung zum Rebellischen Zusammentreffen)

 

Einmal im Jahr versammeln sich im Wendland Menschen zu einem Rebellischen Zusammentreffen, um sich nach dem Vorbild der mexikanischen Zapatistas Gedanken über eine Welt zu machen, in der viele Welten Platz finden.

Noch spannender kann ein solches Rebellisches Zusammentreffen sein, das nicht nur einmal im Jahr an einem zentralen Ort stattfindet, sondern kontinuierlich und dezentral, ausgehend von dem Ort, an dem wir leben, also dem Grätzl, der Wohngegend, dem Bezirk.

 

Es soll eine Art und Weise der Vernetzung und Selbstorganisierung sein, die von uns, die an diesen Orten leben, getragen und bestimmt wird und es soll dabei auch um Themen gehen, die uns unmittelbar betreffen, also unsere Bedürfnisse, Wünsche, Träume und auch Probleme und Sorgen.

 

Es bietet sich dafür ein Name an, der natürlich nur als Work in progress und als Arbeitstitel zu verstehen ist – nämlich: Nachbarschaftsrat (NBR). Ein NBR soll für die Menschen im Grätzl und im Bezirk da sein und zugleich von diesen Menschen gestaltet werden. Er soll zwei Dinge verknüpfen: Selbstorganisation und direkte, gegenseitige Hilfe.

 

Der NBR soll im weiteren Sinne als Prozess verstanden werden, durch den wir gemeinsam Widerstand gegen den unzumutbaren Status quo (Kapitalismus und Herrschaft) leisten und gleichzeitig die Fühler ausstrecken und schauen, was wir anders und besser machen können.

 

Der NBR soll offen und inklusiv sein, also niemanden aufgrund von irgendwelchen Oberflächlichkeiten wie Hautfarbe, Sprache, Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Alter, Behinderung, sozialer Klasse, Bildungsgrad oder ähnlichem ausschließen. Und der NBR soll auch explizit und nachdrücklich klare Grenzen setzen: Es gibt hier keinen Platz für Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Nationalismus, Militarismus, Faschismus, Homophobie und sonstige Varianten von Hasspolitik und Gewalt. Auch vor möglichen Versuchen von Einflussnahme durch das Parteibonzentum und andere missionarische Eiferer sowie Missbrauch durch kommerzielle Interessen ist Vorsicht geboten. Von diesem ganzen Dreck wollen wir uns doch schließlich emanzipieren!

 

Also lasst uns zusammenkommen und vernetzen! Beginnen wir gleich mit dem ersten Rebellischen Zusammentreffen, um uns Gedanken über den Aufbau eines Nachbarschaftsrates in unserem Grätzl zu machen!

Dieser Beitrag wurde unter Botschaften veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.